Barschulung

Cocktailkategorien

WISSENSWERTES ÜBER DIE BEGRIFFLICHKEITEN

Heute wird das Wort „Cocktail“ als Oberbegriff für sämtliche Arten von Mischgetränken verwendet. Das war tatsächlich nicht immer so. Erstmals schriftlich definiert wurde der Begriff 1806 als Mischung aus einer Spirituose, Zucker, Wasser und Bitters. Heute kennen wir diese Zutatenkombination als „Old Fashioned“.

Ein Sour enthält immer eine Spirituose, eine saure Zutat und eine süße Zutat. Das bekannteste Beispiel ist wohl der Whiskey Sour aus Whiskey, Zitronensaft und Zucker. Doch auch Getränke, die den Begriff „Sour“ nicht direkt im Namen tragen, lassen sich zu dieser Kategorie zählen, darunter zum Beispiel der Daiquiri aus Rum, Limettensaft und Zucker. Trotz des Namens sollte aber keiner dieser Drinks wirklich sauer schmecken. Vielmehr geht es darum, dass Spirituose, Säure und süße eine harmonische Einheit bilden und sich gegenseitig balancieren.

Fizz und Collins kann man als verlängerte Sours betrachten. Denn neben der Grundkombination aus Spirituose, Säure und Süße enthalten sie zusätzlich einen kohlensäurehaltigen Filler (z. B. Soda, Ginger Ale oder Tonic Water). Bekannte Beispiele sind Gin Fizz und Tom Collins. Beide Drinks bestehen aus den gleichen Zutaten: Gin, Zitrone, Zucker und Soda. Der Unterschied zwischen beiden Kategorien ist historisch nicht eindeutig festzumachen. Als Tendenz lässt sich aber sagen, dass ein Fizz ein „aufgefizzter“ Sour ist, also ein Sour, der durch eine kohlensäurehaltige Zutat „fizzy“ wird, also prickelt und ein Collins dagegen durch einen größeren Filler-Anteil eher die Balance einer alkoholischen Limonade hat.

Der Smash (von engl. to smash = etw. zerdrücken) ist mit dem Sour verwandt. Die Kombination aus Spirituose, Säure und Süße wird hier durch Zutaten ergänzt, die mit dem Stößel zerdrückt werden. Dabei kommen sowohl Früchte als auch Kräuter zum Einsatz. Bekannte Varianten sind der Whiskey Smash und der Gin Basil Smash.

Batidas (von portug. bater = schlagen) bestehen aus einer Spirituose, Früchten (im Ganzen zerstoßen oder als Fruchtmark oder Saft) und Zucker. Das bekannteste Rezept aus dieser Kategorie ist die Batida de Limão, die in Europa besser unter dem Namen Caipirinha bekannt ist. Im Ursprungsland Brasilien werden Batidas traditionell mit der heimischen Zuckerrohrspirituose Cachaça zubereitet, international finden sich aber auch Varianten mit anderen Spirituosen.

In Deutschland werden die Begriffe „Highball“ und „Longdrink“ häufig synonym verwendet. Ursprünglich sind sie aber nicht komplett deckungsgleich. Im engeren Sinn kann man unter Highballs einfache Kombinationen aus Spirituose und Filler (also kohlensäurehaltigen Softdrinks) verstehen. Dazu zählen zum Beispiel Gin Tonic oder Vodka Lemon. Longdrinks sind dagegen alle Drinks mit einer größeren Flüssigkeitsmenge, also nicht nur Highballs, sondern auch sonstige Mischungen mit größeren Anteilen von Fillern oder Säften. Ursprünglich wurde der Begriff „Longdrink“ als Abgrenzung zu den hochprozentigen „Shortdrinks“ verwendet, die im Vergleich deutlich weniger Flüssigkeitsvolumen aufweisen.

Die Begriffe „Aperitif“ und „Digestif“ deuten vor allem auf die Funktion des jeweiligen Getränks hin. Während der Aperitif vor dem Essen der Appetit anregen soll, dient der Digestif nach dem Essen zum Anregen der Verdauung. Medizinisch lassen sich diese Effekte nur bedingt nachweisen. Etwas sinnvoller sind daher die Begriffe „Pre-Dinner Drink“ und „After-Dinner Drink“. Sie deuten auf die gesellschaftliche Funktion der Getränke hin: Ein Drink vorab kündigt stimmungsvoll das gemeinsame Essen an und ein Cocktail danach sorgt für einen entspannten Ausklang. Als Tendenz kann dabei gelten: Getränke, die vor dem Essen genossen werden, sind eher leicht, trocken, herb und spritzig. Getränke, die nach dem Essen genossen werden, sind eher kräftig, vollmundig, schwer und süß.

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